Stiftungsbericht 2020

Stiftungsbericht 2020, Nr. 14, März 2021

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Vorarbeiten zum Bauprojekt KulturScheune schreiten voran

Zum Geleit

Letztes Jahr um diese Zeit fiel das Verfassen unseres Stiftungsberichts gerade in die Anfänge der ersten Coronawelle. Was zunächst nach einer überschaubaren Herausforderung aussah, führte langsam aber sicher zu einer weltweiten Pandemie mit einschneidenden Konsequenzen für unser tägliches Leben. Es wurde bald klar, dass all unsere Pläne für 2020 ad acta gelegt werden müssen. Eigentlich wollten wir uns bei den Familientagen austauschen, im Sommer das Bauprojekt in der Heimstraße 6 beginnen und dann Anfang Oktober mit allen der Stiftung Nahestehenden ihr 20-jähriges Jubiläum feiern. Daraus wurde nichts; aber aufgescho­ben ist nicht auf­gehoben!

Und deshalb blicken wir positiv gestimmt in die Zukunft und hoffen auf ein bald wieder norma­li­siertes Leben mit sozialen Kontakten im Kreise unserer Familien und Freunde. Wir wünschen Ihnen Energie und Ausdauer für diese schwere Zeit!

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Der Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit lag auch im Kalenderjahr 2020 wieder auf dem Bau­projekt in der Heimstraße 6 und insbesondere der KulturScheune. Während die alte Scheune auf dem Grundstück vor einigen Jahren nur knapp ihrem Abriss entgangen ist, bildet sie nun das Herzstück unseres Bauvorhabens. Die Scheune soll nach dem Umbau inklusiver Veran­stal­tungsort und Begegnungsstätte werden und so die kulturelle Teilhabe von Betreuten der Ein­richtung in der Gesellschaft stärken.

Als kulturelles Zentrum soll die KulturScheune für ein breites Spektrum an künstlerischen und kulturellen Veranstaltungen in Weckelweiler genutzt werden. Sie soll von der Einrichtung als barrierefreier Gemeinschafts-, Übungs- und Veranstaltungsraum für Musik- und Tanzgrup­pen, aber auch von Künstlern und anderen Gruppen (z.B. Vereinen) aus der Region als Raum für Ausstellungen, Konzerte oder andere Veranstaltungen (z.B. VHS-Kurse) dienen. Langfristig ist angedacht, die KulturScheune zu einem teilweise in Eigenregie organi­sierten Treffpunkt für Betreute zu entwickeln. Soweit sinnvoll und möglich sollen Betreute auch im Rah­men von Veranstaltungen organisatorische und dienstleistende Aufgaben (z.B. Catering) über­nehmen.

Während viele Bereiche des öffentlichen Lebens schnell zum Erliegen kamen, wurden schließ­lich auch die mit uns zusammen arbeitenden Handwerker, Architekten und Notare von den Einschränkungen betroffen. Abstands- und Home Office-Regelungen verlang­samten die Pro­zesse, so dass es bei der Bearbeitung unseres LEADER-Bewilligungsantrags sowie der Ausge­staltung des Vertragswerks für das Erbbaurecht in der Heimstraße 6 zu deut­lichen Verzöge­rungen kam. Vor allem durch die Unterstützung der Einrichtung steht seit Ende 2020 die Finan­zierung des Projekts auf stabilen Beinen. Besonderer Dank gilt unserem Architekten Herrn Braunmiller und Herrn Hofmann (Hofmann Haus GmbH), die in engagierter und wohlwollen­der Weise dazu beigetragen haben, dass das Projekt KulturScheune und der Bau der barriere­freien Wohnapartments überhaupt möglich werden.

Als Testaments­voll­strecker eines in Weckelweiler lebenden Betreuten haben wir die Auftei­lung der Erbschaft erfolgreich vorgenommen, die testamentarisch bestimmten Immobilien­transaktio­nen umgesetzt und die Bankgeschäfte des von uns vertretenen Nach­erben neu organisiert. Aufgrund der gewonnenen Erfahrungen sehen wir uns in der Lage, die Tätigkeit als Testaments­vollstrecker eines Behindertentestaments in weiteren Fäl­len zu über­nehmen.

Der Stiftungsfinanzbericht weist für alle Stiftungen zum 31.12.2020 ein Vermögen von insge­samt EUR 1.117.915,45 aus; das sind 0,8 % mehr als zu Beginn des Jahres. Die Erträge aller Stiftungen betrugen EUR 43.186,44 inkl. EUR 20.000,00 Vergütung aus einer Testaments­vollstreckung und über EUR 7.000,00 an Mieterträgen in der Stiftung Ute Wäldner. Die Aus­gaben betrugen EUR 34.609,42, wovon weitere EUR 9.318,56 Vorlaufkosten für das Projekt „Heimstraße 6“ und EUR 13.040,70 auf Unterstützungsleistungen entfielen.

Die Dachstiftung weist einen aufgelaufenen Verlustvortrag aus dem Projekt „Heimstraße 6“  von EUR 34.829,48 sowie eine Verbindlichkeit von EUR 55.000,00 in der Bilanz auf. Hierbei handelt es sich um Reservierungsgebühren für die Wohnapartments, die erst im Rahmen der Realisierung des Projekts als Einnahmen verbucht und so den Verlustvortrag ausgleichen werden. In der Summe über alle Stiftungen wurden Verluste aus nicht realisierten Wertberich­tigungen für Wertpapiere in Höhe von EUR 1.321,43 verbucht. Die Höhe der tatsächlichen Er­träge aus den Wertpapieren liegt mit EUR 9.377,73 deutlich über diesen Buchverlusten.

Mit Bedauern haben wir die Nachricht vom Tod einer der Stiftungsgründer, Hans Schaefer, am 30.07.2020 zur Kenntnis genommen. Gemeinsam mit Klaus Suess war er feder­füh­rend für die Gründung unserer Stiftung am 11.11.2000 verantwortlich. Leider musste er seine Tätigkeit als Vorstand wenige Monate später bereits aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben. Dennoch werden wir ihm immer für seine Initiative und vor allem sein Enga­ge­­ment für das ambulant betreute Wohnen in Amlishagen dankbar sein. Sein testamenta­risches Ver­mächtnis zugunsten der Stiftung werden wir in enger Abstimmung mit seinem Sohn umsetzen.

Wir bedanken uns bei allen Spen­dern und Stiftern im Namen der begünstigten Betreuten und freuen uns über Ihre Unterstützung unserer Arbeit. Vor allem beim Projekt KulturScheune zur Förderung künstle­ri­scher und kultureller Aktivitäten in Weckelweiler können wir jede Form von (zweckgebundenen) Spenden und Zustif­tungen als Unterstützung gut gebrauchen!

Die Kapitalentwicklung in der Dachstiftung weist im Jahr 2020 Erträge von EUR 25.936,50 auf, darunter eine Vergütung für eine Testamentsvollstreckung in Höhe von EUR 20.000,00. Die Aufwendungen addierten sich in 2020 auf EUR 13.642,98, darunter weitere Anlaufkosten in Höhe von EUR 9.318,56 für das Projekt „Heimstraße 6“. Das Stiftungsvermögen betrug damit am Jahres­ende EUR 296.189,75.

Die Stiftung musste Kursverluste von EUR 163,20 bilanzieren, die aber durch Einnahmen aus Wertpapieren in Höhe von EUR 2.061,50 mehr als ausglichen wurden.

Im Jahresverlauf 2020 hat sich das Volumen der von uns verwalteten Treuhandstiftungen durch die auf alle Stiftungen verteilte Förderung von Schutzmasken um EUR 3.275,00 auf EUR 821.725,00 reduziert.

In der Coronakrise konnte unsere Stiftung im Jahresverlauf 2020 Unterstützungszahlungen in Höhe von EUR 13.040,70 leisten. Das ist der größte Betrag, den die Stiftung und ihre Treuhand­stiftungen im Laufe eines Jahres beitragen konnten. Die größte Einzelposition waren Corona-Schutzmasken für über EUR 10.000,00. Die restliche Summe verteilt sich auf 6 Individualfälle.

Der Stiftungsvorstand diskutiert zur Zeit mit dem Vorstand der Einrichtung eine verstärkte Förderung von künstlerisch-therapeutischen Maßnahmen, die nicht von den gesetzlichen Kostenträgern finanziert werden.

Wir hoffen, dass wir Ihnen hiermit einen aussagekräftigen Überblick über die Stiftungs­arbeit in 2020 geben konnten, und wünschen Ihnen … Bleiben Sie gesund!

Dr. Henning Pfaffhausen (Vorsitzender des Vorstands),
Dr. Martin Brünger (Stellvertretender Vorsitzender),
Hanns J. Proenen (Finanzen),
Karin Settele

Stiftungsbericht 2019

Stiftungsbericht 2019, Nr. 13, April 2020

Zwei Jahrzehnte kleine Schritte, mit großem Erfolg!
In 2020 feiert die Stiftung ihr 20-jähriges Jubiläum

Zum Geleit

Eigentlich greifen wir an dieser Stelle gerne ein Thema auf, das die Arbeit unserer Stiftung im Berichtsjahr besonders geprägt hat. Nachdem aber der Coronavirus die Welt gerade in seinem Bann hält, ist in diesem Jahr alles anders! Wir wollen deshalb den Fokus hier auf das laufende Jahr und das anstehende 20-jährige Jubiläum unserer Stiftung richten.

Angestoßen durch Hans Schaefer und Klaus Suess wurde die Stiftung im Jahr 2000 von rund 100 Anstiftern ins Leben gerufen. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten konnte die Stiftung eine solide Aufwärtsentwicklung nehmen und wurde lange bzgl. ihrer Möglichkeiten unterschätzt. In den letzten 20 Jahren hat die Stiftung in mehr als 250 Fällen hilfsbedürftige Betreute insge­samt mit mehr als EUR 100.000 Unterstützungsleistungen gefördert. Was für ein Erfolg!

Ihre besondere Kraft entfaltet die Stiftung derzeit in einer Phase des Generationswechsels. Während in den letzten Jahrzehnten vor allem Eltern die Verantwortung für ihre betreuten Kinder übernommen haben, sind es seit einigen Jahren zunehmend die Geschwister, die diese Rolle übernehmen. Durch eine Berücksichtigung der Stiftung als Nacherbe betreuter Kinder in einem Testament und bei Bedarf auch als Testamentsvollstrecker können Eltern ihr betreutes Kind absichern, das Vermögen vor dem Zugriff des Sozialkostenträgers schützen und darüber hinaus zum Wohle zukünftiger Generationen Betreuter in Weckelweiler einsetzen. In 2019 hat die Stiftung erstmals die Aufgabe des Testa­mentsvoll­streckers übernommen und den gesam­ten Prozess der Erbauseinandersetzung inkl. aller For­malitäten erfolgreich durchlaufen.

Wir freuen uns auf die Zeit nach dem zur Zeit notwendigen „Social Distancing“. Getreu dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ werden wir weiter unserer Aufgabe als mildtätige Stiftung zur Unterstützung einzelner Betreu­ter in Weckelweiler gemeinsam mit der Einrichtung voller Überzeugung und mit Engagement nachgehen!

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Im Kalenderjahr 2019 lag der Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit weiterhin auf dem Projekt „Heimstraße 6“. Wir haben uns vor allem mit der Ausbauplanung der Scheune und den damit verbunde­nen Vertrags- und Finanzierungsfragen (z.B. Miet-/Pachtvertrag mit der Einrich­tung, Abschluss eines Darlehens zur Zwischenfinanzierung der Fördermittel) beschäftigt. Außerdem konnten wir Käufer für alle Wohnapartments finden, so dass unsere Architekten im Februar 2020 die ersten Ausschreibungen an Handwerksfirmen in der Region verschicken konnten. Wir gehen davon aus, dass uns Ende Mai 2020 alle Angebote vorliegen und wir im Kreise der zukünftigen Eigentümer gemeinsam mit dem ausgewählten Bauträger alle noch offenen baulichen und gestalterischen Fragen klären können. Baubeginn ist spätestens im Herbst 2020 vorgesehen.

Daneben wollen wir herausheben, dass die Stiftung erstmalig die Rolle eines Testaments­voll­streckers übernommen hat. Die Eltern eines in Weckelweiler betreuten Sohnes haben in Ihrem Testament unsere Stiftung als Nacherbe eingesetzt und auch als Testamentsvollstrecker be­nannt. Im Laufe der letzten Monate haben wir den damit verbundenen organisato­rischen Pro­zess durchlaufen und sehr viel über die zur Umsetzung eines Behindertentestaments notwen­digen Formalitäten (inkl. der Übertragung von Immobilien) sowie den Umgang mit den betei­ligten Gerichten und Institutionen gelernt. Für Anfragen zur Testamentsvollstreckung haben wir für Interessierte einen Leitfaden als Gesprächsgrundlage entwickelt.

Zum 31.12.2019 weist der Stiftungs-Finanzbericht ein Vermögen von EUR 1.109.338,43 aus. Das sind EUR 38.689,00 oder 3,6 % mehr als zu Beginn des Jahres. Dieser Vermögenszuwachs erfolgte im Wesentlichen in der Dachstiftung durch Spendeneingänge von über EUR 20.000. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Dachstiftung noch einen Verlustvortrag aus 2018 aus dem Projekt „Heimstraße 6“ von EUR 46.923,00 in der Bilanz führt. Wir gehen davon aus, dass die von der Stiftung vorfinanzierten Zahlungen nach der Beurkundung der Kaufverträge für die Wohnapartments vom Bauträger noch in 2020 zurückerstattet werden.

Aufgrund des guten Börsenjahres 2019 konnten in allen Stiftungen (ausgenommen der Treu­handstiftung A. u. W. Fuchs) die negativen Wertberichtigungen aus 2018 (etwa EUR 20.000) fast vollständig egalisiert werden. Außerdem haben inzwischen die Depots aller Stiftungen speziell für Stiftungen konzipierte Wertpapiere im Bestand. Diese haben sich in 2019 sehr gut entwickelt und Erträge von insgesamt ca. EUR 11.000 generiert.

Mit großem Bedauern haben wir die Nachricht vom Ableben unseres langjährigen Stiftungs­vorstands, Rainer Ostheim, am 31.07.2019 aufgenommen. Es würde den Rahmen dieses Be­richts sprengen, seine vielfältigen Verdienste beim Aufbau und der Entwicklung der Stiftung als Vorstand und später als Stiftungsrat aufzuzählen. Wir haben seine ruhige und ausgleichen­de Art sehr geschätzt und werden ihm stets in Ehren gedenken!

Ganz besonders vor dem Hintergrund unseres 20-jährigen Jubiläums wollen wir uns ganz herz­lich bei allen Spen­dern und Stiftern im Namen aller begünstigten Betreuten bedanken! Zukün­ftig planen wir, uns noch mehr bei der Förderung anthropo­sophisch motivierter, künstle­ri­scher und kultureller Aktivitäten zu engagieren. Daher würden wir uns freuen, wenn Sie uns auch weiterhin mit (zweckgebundenen) Spenden und Zustif­tungen unter­stützen.

Die Kapitalentwicklung in der Dachstiftung weist im Jahr 2019 Erträge von EUR 30.251,17 auf, darunter Zuwendungen in Höhe von EUR 20.276,00. Die Aufwendungen addierten sich in 2019 auf EUR 13.527,63, darunter weitere Anlaufkosten in Höhe von EUR 11.714,96 für das Projekt „Heimstraße 6“. Das Stiftungsvermögen betrug damit EUR 283.896,23 am Jahres­ende.

Erfreulich ist, dass wir die Kursverluste aus 2018 vollständig ausgleichen konnten und somit buchhalterisch EUR 5.839,17 in die Erträge buchen konnten. Auch konnten die Kapitalerträge trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase auf EUR 2.336,00 gesteigert werden.

Im Jahresverlauf 2019 hat sich das Volumen der von uns verwalteten Treuhandstiftungen um EUR 21.850 auf über EUR 825.000 erhöht, was einer Steigerung von etwa 2,7% entspricht.

Insgesamt leistete die Stiftung im Jahresverlauf 2019 Unterstützungszahlungen in Höhe von EUR 2.250. Die höchste Einzelunterstützung wurde für den Führerschein eines Betreuten, der somit einen guten Arbeitsplatz erreichen kann, erbracht.

Im Berichtszeitraum kam es nur zu Leistungen in 6 Individualfällen und damit zur geringsten Anzahl von Unterstützungen seit vielen Jahren. Um auch zukünftig einen relevanten Mehrwert für die Betreuten in Weckelweiler schaffen zu können, diskutiert der Stiftungs­vorstand zur Zeit mit dem Vorstand der Einrichtung, welche Projekte – vor allem in der aktuellen Coronakrise – im Rahmen unserer Satzung unterstützt werden können.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen einen Überblick über die Stiftungs­arbeit in 2019 geben konnten, und … bleiben Sie gesund!

Dr. Henning Pfaffhausen (Vorsitzender des Vorstands),
Dr. Martin Brünger (Stellvertretender Vorsitzender),
Hanns J. Proenen (Finanzen)

 

Stiftungsbericht 2018

Stiftungsbericht 2018, Nr. 12, April 2019

Den Standort Weckelweiler beleben, die Einrichtung stärken …
Stiftung als Initiator des Bauvorhabens „Heimstraße 6“

Zum Geleit

Seit Jahren schon erhöhen die Kostenträger den Druck zur Senkung von Betreuungskosten im Bereich Wohnen und Arbeiten behinderter Menschen. Dies führt dazu, dass sich die zusätz­lichen Kosten einer am Grundgedanken der anthroposophischen Seelenpflege orientierten Einrichtung (z.B. künstlerische oder bewegungsorientierte Angebote) nicht mehr ausschließ­lich durch die von den Kostenträgern gezahlten Pauschalen zur Eingliederungshilfe finanzieren lassen. Die Situation ist vergleichbar mit der Entwicklung in der Krankenversicherung, in der gesetz­liche Krankenversicherungen kontinuierlich ihre Unterstützungsleistungen reduzieren und Menschen, die einen höheren Versicherungswunsch/-bedarf haben, aufgefordert wer­den, sich eigenverantwortlich über private Zusatzversicherungen abzusichern oder gewünsch­te Behandlungen selbst zu finanzie­ren.

Für die Zusatzleistungen der Weckelweiler Gemeinschaften e.V., die nicht vom Kostenträger bzw. Kranken-/Pflegekassen abgedeckt werden (weil sie aus deren Sicht „unnötig“ sind), aber von Angehörigen gewollt werden, stehen be­währte Methoden aus anderen Le­bens­berei­chen zur Verfügung: Bei privaten Kindergärten ist es beispielsweise üblich, Eltern in Form einer monatlichen Zahlung zu beteiligen. Auch bringen private Stiftungsuniversitäten (z.B. Harvard) ihren Mittelbedarf größten Teils selbst aus Patenschaften, Firmenkooperationen oder Ver­mächt­nissen wohlhabender Freunde auf.

Neben unserer originären Aufgabe als mildtätige Stiftung, der Unterstützung einzelner Betreu­ter, wollen wir auch Verantwortung für die Belebung des Standorts Weckelweiler zum Wohle aller Be­treuten übernehmen. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam – jeder im Rahmen seiner Mög­lich­keiten – die Einrichtung und so auch den Lebensort Weckelweiler stärken!

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Der Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit lag im Jahr 2018 auf dem Projekt „Heimstraße 6“.   Im Rahmen dieses Bauvorhabens plant die Stiftung als Initiator den Bau von 11 barrierefreien Wohneinheiten sowie den Ausbau der alten Scheune zu einem Gemeinschafts- bzw. Veran­staltungsraum (Arbeitstitel „KulturScheune“). Die Apartments sollen von Angehörigen erwor­ben und an ambulant Betreute oder auch Mitarbeiter der Einrichtung vermietet werden. Die Scheune soll langfristig an die Einrichtung als Betreiber vermietet werden. Das Grundstück soll im Besitz der Stiftung bleiben und über eine Erbpachtregelung in Projekt einge­bracht werden.

  • In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Braunmiller wurde der Bau­antrag aus­gearbeitet und am 03.07.2018 beim Landratsamt Schwäbisch Hall eingereicht. Nach Klärung aller offenen Fragen wurde er am 08.01.2019 offiziell genehmigt.
  • Am 23.07.2018 wurde das Projekt dem Gemeinderat in Kirchberg präsentiert und die Zusage zu einer Kostenübernahme in Höhe von 10% an der KulturScheune erhalten. Im Nachgang wurde ein Artikel über das Projekt in der Zeitung abgedruckt.
  • Unser LEADER-Förderantrag für die KulturScheune wurde am 05.11.2018 als förder­würdig bewertet. Auch die Aktion Mensch hat am 30.11.2018 unseren Förderantrag zur Barriere­freiheit der KulturScheune bewilligt.
  • Am 24.11.2018 wurde das Projekt in Weckelweiler beim „Herbstbasar“ vorgestellt. Wir planen, auch bei den Angehörigentagen 2019 und der Jubiläumsveranstaltung der Einrich­tung im Juli 2019 wieder mit einem Informationsstand präsent zu sein und allen Interes­senten für Fragen vor Ort zur Verfügung zu stehen.

Der Stiftungs-Finanzbericht weist zum 31.12.2018 ein Vermögen von EUR 1.070.649,43 aus. Das sind EUR 77.656,99 oder 7,2 % weniger als zu Beginn des Jahres. Dieser Vermögensverlust erfolgte im Wesentlichen in der Dachstiftung durch die entstandenen Vorlaufkosten unseres Projekts „Heimstraße 6“ von über EUR 63.000. Nach Verkauf der geplanten Wohnapartments werden diese Kosten der Stiftung wieder zufließen und so diesen Verlust kompensieren.

Außerdem mussten wir aufgrund des schlechten Börsenjahres 2018 für alle Stiftungen (ausge­nommen die Treuhandstiftung H.u.R. Keitel) Wertberichtigungen der Finanzanlagen von etwa EUR 20.000 vornehmen. Es handelt sich hierbei nur um Buchverluste – nicht um Geldabflüsse. Diese speziell für Stiftungen konzipierte Wertpapiere befinden sich weiterhin im Depot der Stiftungen und haben in 2018 über EUR 9.500 an kontinuierlichen Erträgen geliefert. Zum Ende März 2019 konnte durch die Erholung der Börsen bereits ein Großteil der Buchverluste wieder ausgeglichen werden.

Das Volumen der 5 verwalteten Treuhandstiftungen hat sich im Jahresverlauf 2018 durch die notwendigen Wertberichtigungen der Wertpapiere und aufgrund des geringen Spen­denein­gangs von lediglich EUR 3.000 um etwa 1% verringert.

Dachstiftung und Treuhandstiftungen leisteten in 2018 Unterstützungszahlungen in Höhe von EUR 5.329,46. Im Wesentlichen wurden Zuschüsse zu Brillen, Hörgeräten und therapeutischen Einzelmaßnahmen gewährt, die von den Betroffenen nicht er­bracht wer­den konnten. Größte Einzelmaßnahme war die Finanzierung eines Therapie-Dreirads in Höhe von EUR 1.500.

Im Berichtszeitraum kam es wie in 2017 nur zu Lei­stungen in 12 Individualfällen. Sollte der Unterstützungsbedarf tatsächlich so gering gewesen sein, begrüßen wir diese Entwicklung selbstver­ständlich. Möglicher­weise ist dies aber auch darauf zurückzuführen, dass Betreuer besser über die Fördermöglichkeiten durch Kostenträger und Krankenkassen infor­miert sind.

Um hilfsbedürftige Betreute auch weiterhin unterstützen zu können, wenn der Kostenträger, Kranken-/Pflegekassen und Angehörige nicht für erforderliche Maßnahmen aufkommen können, bitten wir Sie auch dieses Jahr um (zweckgebundene) Spenden und Zustiftungen, ins­besondere auch zur Förderung anthroposophisch motivierter künstlerischer und kultureller Aktivitäten.

Und selbstverständlich wollen wir auch diesen Jahresbericht wieder nutzen und uns bei allen Spen­dern und Stiftern im Namen aller begünstigten Betreuten ganz herzlich für Ihre Unter­stützung bedanken!

Dr. Henning Pfaffhausen (Vorsitzender des Vorstands),
Dr. Martin Brünger (Stellvertretender Vorsitzender),
Hanns J. Proenen (Finanzen)

 

Stiftungsbericht 2017

Stiftungsbericht 2017, Nr. 11, April 2018

Frischer Wind weht durch Weckelweiler!
Aufbruch in eine Phase der Neugestaltung von „Weckelweiler 2.0“

Zum Geleit

Mit dem o.g. starken und positiven Statement hatte das Team der Ambulanten Dienste und dann auch wir als Stiftung unseren Newsletter zu Weihnachten 2017 betitelt. An vielen Stellen war damals eine motivierende Aufbruchsstimmung zu verspüren, der auch wir uns nicht entziehen konnten.

In unserem letztjährigen Stiftungsbericht hatten wir die Frage in den Raum gestellt, wie wir die Einrichtung in der damaligen Phase der Verunsicherung überhaupt sinnvoll unterstützen können. Heute sind wir davon überzeugt, dass wir mit dem Projekt zum Bau der altersgerechten Wohnanlage in der Heimstraße 6, im Zentrum von Weckelweiler, einen wichtigen Beitrag zum Aufbau von „Weckelweiler 2.0“ leisten können. Insbesondere von der „KulturScheune“ erwarten wir uns als Gemeinschafts- und Veranstaltungsraum eine Initialwirkung für die Wiederbelebung von Weckelweiler als ein Ort künstlerischer und kultureller Aktivitäten.

Wir freuen uns sehr über die offene und konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand der Einrichtung, Frau Petra Bittinger und Herrn Prof. Steffen Koolmann sowie Herrn Dieter Einhäuser als Aufsichtsratsvorsitzenden. Das wird uns helfen, die vor uns liegenden Projekte gemeinsam erfolgreich zu bewältigen.

Vor diesem Hintergrund sehen wir als Stiftung selbstbewusst und zuversichtlich in die Zukunft!

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Entsprechend der gemeinsam mit dem Stiftungsrat beschlossenen Strategie, sich zukünftig mehr im Bereich von Wohnimmobilien in und um Weckelweiler zu engagieren, haben wir in 2017 die Planung der Wohnanlage für alters­gerechtes Wohnen in der Heimstraße 6 in Weckel­weiler intensiviert und das Architekturbüro Braunmiller aus Gerabronn mit der Ausgestaltung beauftragt. Am 27.11.2017 hat dann die Stiftung das Grundstück mit dem Ziel erworben, es in das Bauvorhaben in Form einer Erbpachtlösung einzu­bringen.

Nach gegenwärtigem Stand der Planung umfasst das Projekt den Bau von 11 barriere­freien Wohnmodulen (1-Zi.-Apartments) sowie den Ausbau der alten Scheune zu einem Gemein­schafts- bzw. Veranstaltungsraum (Arbeitstitel „KulturScheune“), der auch als Probe- bzw. Übungsraum für Musik- und Tanzgruppen genutzt werden kann. Besonderes Augenmerk haben die Architekten auf die Anordnung der Apartments und der Zugangswege auf dem Hanggrundstück gelegt. So werden alle Apartments ohne Treppenstufen auf einem breiten, bei Bedarf auch mit einem Umzugs- oder Krankenwagen befahrbaren Weg erreichbar sein. Die Einheiten sollen an Eltern, Ange­hörige oder der Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler e.V. nahe stehenden Personen verkauft werden. Kaufinteressenten möchten sich bitte an die Stiftung wenden!

Im Hinblick auf den möglichen Erwerb eines Apartments in der o.g. Wohnanlage haben wir am 30.06.2017 aus der Treuhandstiftung Suess das sog. „Holzhaus“ am Feuersee 10 in Weckel­weiler an Herrn Steffen Feuerstack verkauft. Wir freuen uns ganz beson­ders darüber, dass er dadurch seinem Vater und „Gründungsvater“ der Einrichtung, Herrn Dr. Wolfgang Feuerstack, die Möglichkeit geben konnte, wieder nach Weckelweiler zurück­zukehren und dort seinen Lebensabend zu verbringen.

Im Kalenderjahr 2017 wurden eine Reihe von Beschlüssen gefasst und konkrete Maßnahmen umgesetzt, die wir an dieser Stelle herausheben wollen:

  • Herauszuhebende Unterstützungsleistungen wurden für die Finanzierung des Eigen­anteils „ABW-Bus Amlishagen“ sowie eines „Führerscheins“ für einen Betreuten geleistet. Wir freuen uns, damit ein Stück gelebte Inklusion unterstützt zu haben.
  • Im September 2017 hat der Stiftungsvorstand ein Konzeptpapier mit der Anregung zum Aufbau eines „Anthroposophischen Kultur- und Therapiefonds“ entwickelt und der neuen Vorstand der Einrichtung übergeben.
  • In der Dachstiftung und der Treuhandstiftung Suess haben wir in 2017 weitere Beträge der Rückstellung der „Rücklage für altersgerechtes Wohnen“ zugeführt.

Zum 31.12.2017 weist der Stiftungs-Finanzbericht ein Vermögen von EUR 1.148.306,42 aus, das sind EUR 80.380,81 oder 7,5 % mehr als zu Beginn des Jahres. Dieser Vermögens­zuwachs erfolgte im wesentlichen durch Zustiftungen von fast EUR 48.000 und den Verkauf des „Holz­hauses“ bei den Treuhandstiftungen Mayer und Suess. Den Gewinn aus dem Verkauf des Holz­hauses haben wir dem Stiftungsstock zugeführt.

„Altersgerechtes Wohnen“ wird für die Stiftung ein zentrales Zukunftsthema, das wir finanziell begleiten wollen. Daher wurden auch hier die entsprechenden Rücklagen weiter aufgebaut. Sie betragen Ende 2017 insgesamt EUR 64.120,59.

Dachstiftung und Treuhandstiftungen haben in 2017 Unterstützungszahlungen in Höhe von insgesamt EUR 9.752,65 geleistet. Es wurden im Wesentlichen Zuschüsse zu Brillen, Hörgeräten und therapeutischen Einzelmaßnahmen gewährt, die von den Betroffenen nicht erbracht werden konnten. Der ABW-Bus der Außenwohngruppe Amlishagen war mit EUR 5.818,79 der mit Abstand größte Förderbetrag, den die Stiftung ausgezahlt hat.

Aufgrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen erlauben wir uns, Sie auch dieses Jahr wieder auf die Möglich­keit einer Spende hinzu­weisen, die konkrete Hilfestellungen an bedürftige Betreu­te ermöglicht. Außerdem danken wir allen Spendern und Stiftern auch im Namen aller unter­stützten Betreuten, deren Lebensqualität wir in 2017 durch ihre finanzielle Unterstützung ver­bessern konnten!

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen einen Überblick über die Stiftungs­arbeit in 2017 geben konnten, und freuen uns, wenn wir Sie bei Ihren Überlegungen zu einer Unter­stützung der Stiftung beraten können. Neben einer klassischen Spende, einer Zustiftung oder der Gründung einer eigenen (zweckgebundenen) Treuhandstiftung kann auch durch testa­menta­rische Verfügungen Gutes mit steuerlich vorteilhafter Wirkung bewirkt werden.

Dr. Henning Pfaffhausen (Vorsitzender des Vorstands),
Dr. Martin Brünger (Stellvertretender Vorsitzender),
Hanns J. Proenen (Finanzen)

 

Generationswechsel im Vorstand

Generationswechsel Vorstand

Die Stiftung Weckelweiler Gemeinschaften hat in ihrer Sitzung während der Familientage 2016 einen Generationswechsel im Vorstand eingeläutet. Die langjährigen Vorstände Werner Fuchs (2.v.r.), Rainer Ostheim (1.v.r.) und Hermann Anschütz (3.v.r.) werden nach langjähriger und erfolgreicher Arbeit im Vorstand zum Ende Juni 2016 ihre Tätigkeit beenden. Als neue Mitglieder des Vorstands wurden vom Stiftungsrat die Herren Dr. Martin Brünger (1.v.l.) und Hanns Proenen (3.v.l.) aufgenommen. Wiedergewählt wurde Dr. Henning Pfaffhausen (2.v.l.), der bereits seit 2013 im Vorstand arbeitet und ab dem 01.07.2016 den Vorsitz übernehmen wird.

Unserem bisherigen Vorstand gilt ein großes und herzliches Dankeschön, was auch von allen Teilnehmern der Mitgliederversammlung des Freundeskreises am 07.05.2016 im Saal der Weckelweiler Gemeinschaften eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht wurde. Den scheidenden Vorstandsmitgliedern wurde neben einer Urkunde ein Windspiel aus der Glockenwerkstatt vom Stiftungsrat sowie ein Präsentkorb von den Gemeinschaften überreicht. Anerkennender Beifall begleitete diesen Akt!

Gerhard Heiland, Berlin