Stiftung

Seit über 50 Jahren werden in Weckelweiler, einem kleinen Ort bei Kirchberg an der Jagst, Menschen mit Behinderungen in Lebens- und Arbeitsgemeinschaften betreut. In und um Weckelweiler betreiben die Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler eine Reihe von Teileinrichtungen, in denen Menschen mit Unterstützungsbedarf in den unterschiedlichsten Wohnformen leben. Sie wohnen in kleineren Einheiten, teilweise mit Mitarbeitern und deren Familien unter einem Dach, aber auch in selbständigen Außenwohngruppen oder gemeindenahen Wohnungen.

In eigenen Werkstätten werden sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten von geschulten Meistern in verschiedenen Gewerken und handwerklichen Fähigkeiten ausgebildet. Gemeinsamkeit bei der Gestaltung der Freizeit, beim Feiern der Jahresfeste und beim Ausfüllen eines reichen, bunten kulturellen Lebens ist ein wesentlicher Bestandteil der Betreuung auf der Grundlage des anthroposophischen Menschenbildes. Die therapeutischen Erfolge haben im Lauf der Zeit die Zahl der Betreuten deutlich anwachsen lassen. Derzeit werden insgesamt über 400 Menschen, etwa 250 davon stationär, betreut.

Angehörige der in Weckelweiler lebenden und arbeitenden Menschen zeigten sich wegen enger werdenden Budgets und restriktiver Haushaltsführung der Sozialträger besorgt, ob für ihre Kinder bzw. Angehörigen eine angemessene Versorgung möglich sei, wenn sie selbst zu Unterstützungsleistungen nicht mehr in der Lage sein werden. Vor diesem Hintergrund bildete sich im Jahr 2000 – angestoßen von Hans Schaefer und Klaus Suess – eine Initiative, die zur Gründung der Stiftung Weckelweiler Gemeinschaften führte.

Der Stiftungszweck ist in der durch das Regierungspräsidium Stuttgart genehmigten Satzung wie folgt festgelegt:

Zweck der Stiftung ist die unmittelbare und mittelbare Hilfe für Menschen mit Behinderung, die in oder im Zusammenhang mit den Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler und deren Rechtsnachfolger leben, lebten oder leben wollen und auf Hilfe anderer angewiesen sind, insbesondere durch …

  • Unterstützung wegen eines durch öffentliche oder sonstige Leistungen nicht abgedeckten Bedarfs (sachlicher oder therapeutischer Art)
  • Unterstützung der Einrichtungen der Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler bei der anthroposophisch-sozialtherapeutischen Ausbildung und Fortbildung
  • Unterstützung wissenschaftlicher und kultureller Veranstaltungen im sozialtherapeutischen Umfeld
  • Unterstützung der Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler bei Maßnahmen und Projekten, die im Rahmen der öffentlichen Hilfe nicht finanzierbar sind, aber dem zu fördernden Personenkreis zu Gute kommen und der sozialtherapeutischen Arbeit entsprechen

Neben ihrem eigenen Stiftungskapital in Höhe von etwa EUR 300.000,– verwaltet die Stiftung Weckelweiler Gemeinschaften derzeit fünf Treuhandstiftungen.

Um die formulierten Aufgaben erfüllen zu können, ist die Stiftung auf Zuwendungen angewiesen. Sie können aus Spenden oder Zustiftungen bestehen, die hinsichtlich ihrer jeweiligen steuerlichen Auswirkungen zu unterscheiden sind.

Aufgrund der geringen Kapitalmarktzinsen muss sich die Stiftung kontinuierlich mit ihrer Anlage­strategie auseinander setzen und an den aktuellen Gegebenheiten ausrichten. Alle Anlageentscheidungen werden gemeinschaftlich vom Vorstand auf der Grundlage der vom Stiftungsrat verabschiedeten Anlagerichtlinie getätigt. Bei der Auswahl der Investments werden neben dem Kapitalerhalt auch Kriterien der Nachhaltigkeit, d.h. Umweltverträglichkeit sowie soziale und ethische Standards, berücksichtigt. Mit Blick auf die Erhaltung des Stiftungskapitals wird das Vermögen breit gestreut. Sämtliche im Zusammenhang mit der Vermögensanlage entstehen­den Aufwendungen sind transparent und stehen in angemessenem Verhältnis zum verwalteten Stiftungskapital.